Turmbau
ENERCON Türme bieten mit ihrer lastdynamischen Auslegung von Material und Struktur beste Transport-, Aufbau- und Nutzungsbedingungen. Über die beim Turmbau verbindlichen nationalen bzw. internationalen Normvorgaben (z. B. DIN und Eurocode) hinaus prägt ENERCON konsequent eigene Produktstandards, die in Bezug auf Qualität und Sicherheit Maßstäbe setzen. Bereits während der Entwicklungsphase werden für die Turmkonzeptionen virtuelle 3-D-Modelle mittels der Finite-Elemente-Methode (FEM) erstellt, an denen die Simulation aller in der Realität vorkommenden Belastungen der Windenergieanlage durchgeführt wird. Auf diese Weise werden vor dem Bau eines Prototyps genaue Voraussagen über Standsicherheit und Lebensdauer der Türme nicht dem Zufall überlassen. Die Auswertung zusätzlicher Messungen, die von ENERCON kontinuierlich an bestehenden Anlagen vorgenommen werden, trägt zur weiteren Verifizierung der berechneten Daten bei. Die Ergebnisse speziell beauftragter Zertifizierungsstellen, Forschungsinstitute und Ingenieurbüros unterstützen die zuvor von ENERCON angestellten Berechnungen. Dass bei der Entwicklung auch die Ästhetik der ENERCON Türme nicht zu kurz kommt, kann man sehr gut am fertigen Turm sehen. Schlanke Konstruktionen mit unterschiedlich abgestuften Neigungswinkeln stehen für ein optisch ausgereiftes Konzept und haben nicht mehr viel gemein mit den wuchtigen und massig wirkenden traditionellen Zylinderkonstruktionen.
Stahlrohrturm
ENERCON Stahlrohrtürme werden in mehreren, einzelnen Turmsektionen gefertigt. Als Verbindungstechnik kommen komponentenschonende L-Flansche zum Einsatz. Im Vergleich zu herkömmlichen Flanschverbindungen (z. B. im Stahlschornsteinbau eingesetzt) befindet sich beim L-Flansch die Schweißnaht außerhalb des hoch beanspruchten Bereiches.
Weitere Vorteile dieser Verbindungstechnik:
- Aufwand komplexer Schweißarbeiten auf der Baustelle entfällt
- Schnelle, sichere Montage nach höchstem Qualitätsmaßstab
- Vollständiger, unter produktionstechnisch besten Bedingungen
aufgebrachter Korrosionsschutz
Bei ENERCON Stahlrohrtürmen kleinerer Höhen wird, aufgrund des relativ geringen Turmumfanges, der sog. Fundamentkorb als Verbindungsmittel zum Fundament eingesetzt. Er besteht aus zahlreichen Stahl-Gewindebolzen, die doppelreihig in zwei Kreisradien angeordnet sind. Die korrekte Position der einzelnen Bolzen wird durch ringförmige Schablonen sichergestellt, die den exakten Abmessungen des Turmflansches entsprechen. Nach Fertigstellung des Fundaments wird auf die aus der Betonoberfläche herausragenden Bolzen des Fundamentkorbs die unterste Turmsektion gestellt und mit Verbindungsmuttern verschraubt. Die Fundamentanbindung von ENERCON Stahlrohrtürmen größerer Höhen erfolgt über eine speziell entwickelte Fundamentsektion. Das zylindrische Bauteil wird vor dem Betonieren auf die sog. Sauberkeitsschicht aufgeständert, auf Höhe nivelliert und über Justierbolzen millimetergenau ausgerichtet. Die Verbindung zwischen Turm und Fundamentsektion erfolgt nach Fertigstellung des Fundaments über eine Flanschverbindung.Wie alle anderen Komponenten unterliegen auch die Stahlrohrtürme den strengen ENERCON Qualitätsrichtlinien. Schon während der Konstruktionsphase wird die Qualitätssicherung in die Entwicklung neuer Turmtypen eingebunden. Sie stellt fest, ob ein Prototyp allen
Anforderungen entspricht, bevor er in Serie gefertigt wird.
Fertigteilbetonturm
ENERCON Betontürme werden nicht in monolithischer Bauweise produziert. Die Türme bestehen aus einzelnen vorproduzierten Betonfertigteilelementen mit Durchmessern bis 14,5 m. Segmente mit großem Durchmesser werden in zwei oder drei Halbschalen gefertigt, um den Transport auch zu schwierigen Standorten zu gewährleisten. Nach der Montage werden die Segmente mittels Spannlitzen, die mittig in der Turmwand verlaufen, als untrennbare Einheit miteinander verspannt. Die Herstellung der Fertigteilsegmente erfolgt qualitätsüberwacht in der Fertigteilproduktion. Die hohe Fertigungsgenauigkeit der einzelnen Betonsegmente wird durch eigens dafür hergestellte Stahlschalungen mit sehr geringen Toleranzen gewährleistet. Für jeden Fertigungsbereich liegen detaillierte Verfahrens- und Arbeitsanweisungen vor. So wird sichergestellt, dass eine lückenlose Rückverfolgbarkeit der einzelnen Arbeitsschritte sowie der eingesetzten Werkstoffe und Materialien gewährleistet ist. Die Eigenschaft des hochfesten Betons wird zusätzlich durch Materialprüfämter gegen geprüft, um ein Höchstmaß an Qualität zu gewährleisten. Diese Segmente werden mit Schwerlasttransportfahrzeugen zur Baustelle geliefert und montiert. Die Übergänge der einzelnen Fertigteilsegmente werden mit einer Epoxidharzfuge versehen, um die Druckkräfte gleichmäßig von Segment zu Segment zu übertragen. In die montierten Fertigteilsegmente werden Spannlitzen durch die in den Segmenten verlegten Hüllrohre geführt und mit dem Fundament verspannt. Der Zwischenraum der Spannlitze zum Hüllrohr wird nach dem Verspannvorgang mit einem Zementmörtel verpresst, so dass die Spannlitzen auf Dauer korrosionsgeschützt sind.
